Medizinische Vorsorgeuntersuchung von Sporttauchern

Untersuchungsvorgang:komplette Anamnese, Ganzkörper Status, Untersuchung des Hals-, Nasen-, Ohren- Traktes unter besonderer Berücksichtigung der freien Tubenbelüftung.

Ruhe- EKG

Spirometrie mit Erfassung von mindestens der Vitalkapazität, des Einsekundenvolumens und des Quotienten beider Werte. Ergometrie: obligat ab dem 40. Lebensjahr, bei nachweislich guter körperlicher Leistungsfähigkeit kann bei unter 40-jährigen darauf verzichtet werden.

Eine Röntgenaufnahme der Thoraxorgane wird bei der Erstuntersuchung nicht mehr obligat gefordert, bei Auffälligkeiten in der Anamnese oder in anderen Untersuchungsbefunden sollte die Indikation großzügig gestellt werden.

Die Untersuchung wird bei unter 40-Jährigen alle drei Jahre und danach jährlich wiederholt.

Systematik tauchbezogener Erkrankungen:

Abtauchphase mit Beginn der Exposition gegenüber einem erhöhten Umgebungsdruck und Beginn der Stickstoffaufnahme in den Körpergeweben.
Medizinische Probleme: Barotraumata im Bereich von Mittelohr, Nasennebenhöhlen und Innenohr.

Phase konstanten oder wechselnd großen Überdrucks mit weiterer Stickstoffaufnahme.
Medizinische Probleme: Inertgasnarkose (Tiefenrausch), Sauerstoffintoxikation, Intoxikation durch Atemgasverunreinigungen mit CO oder CO2.

Auftauchphase mit Reduktion des Umgebungsdruck und Stickstoff- Abgabe.
Medizinische Probleme:Barotraumata der Lunge mit der Folge Pneumothorax, Pneumomediastinum und / oder arterieller Gasembolie, Dekompressionskrankheit (Caissonskrankheit).

Ausschlusskriterien vom Tauchsport:

Tubenbelüftungsstörungen und Verlegung der Nasennebenhöhlenostien

relevante obstruktive Ventilationsstörungen mit forcierter 1 s Kapazität < 80 Prozent des Sollwertes, der Quotient FEV1/VC sollte unter Berücksichtigung der Soll- VC einen Wert von mindestens 0,7 nicht unterschreiten.

relevante restriktive Ventilationsstörungen

mit Vitalkapazität < 80 Prozent des Soll Wertes. Struktur Anomalien des Lungenparenchyms, zum Beispiel auch asymptomatische Rundherde nach alter Tuberkulose und andere

Epilepsie:

relative Kontraindikation bei Patienten mit fünfjähriger Anfallsfreiheit ohne medikamentöse Therapie und ohne EEG Auffälligkeiten. Gelegenheitskrampf nur bei normalen EEG und Epilepsieausschluss unbedenklich.

Träger von implantierten Geräten

(Herzschrittmacher, Insulin Pumpen und anderen): Tauchen nur dann möglich, wenn für das individuell beim Patienten implantierten System ein Restrisiko ausgeschlossen werden kann. Dies ist z.B. bei Herzschrittmacher zur Zeit nicht möglich, so dass entsprechenden Patienten vom Tauchen abgeraten werden muss.

Psychosen, Suizidalität, bekannte Tendenz zu Panikreaktion, Sucht, Krankheiten ungenügende Schwimmfähigkeit und erhebliche Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit.