Sonographie (Ultraschalluntersuchung) der Schilddrüse

Mittels Sonographie kann bezüglich der Schilddrüse ein exakter Befund über Größe, Struktur und Lage der Schilddrüse erstellt werden. Zudem kann die Anzahl, Lage und Aussehen der Knoten und sonstige Auffälligkeiten beurteilt werden. (z.B. Lymhknotenvergrößerungen am Hals)
Mit dem Farbduplex kann ferner die Durchblutung der Schilddrüse und der einzelnen Knoten beurteilt werden.

Weitere Informationen zum Thema Schilddrüse:

Anatomie und Lage

Die Schilddrüse ist ein etwa 20-25 g schweres, schmetterlingsförmiges Organ und liegt unterhalb des
Schildknorpels vor der Luftröhre, auf der sie sich verschieben läßt. Das Normvolumen beträgt bei
Männern < 24 ml, bei Frauen < 18 ml.

Funktion

Die wesentliche Funktion der Schilddrüse besteht darin, die drei Hormone Thyroxin (T4), Trijodthyronin (T3) und Calcitonin zu produzieren, zu speichern und bei Bedarf in die Blutbahn abzugeben. Während Calcitonin den Knochenabbau hemmt und die Calciumeinlagerung in die Knochen fördert, sind Thyroxin und Trijodthyronin an der Entwicklung von Organen (v.a. Knochen und Gehirn) beteiligt und fördern das
Längenwachstum. Weiterhin führen T3 und T4 zu einer Steigerung des Energie- bzw. Grundumsatzes, da der Sauerstoffverbrauch und die Wärmeproduktion erhöht sind und bestimmte Enzyme des Stoffwechsels aktiviert werden. Da für die Funktion dieser beiden Hormone drei bzw. vier Jodatome pro Molekül notwendig sind, ist der Körper auf eine ausreichende Jodzufuhr (200 µg/Tag) mit der Nahrung angewiesen.
Ausführliche Informationen über die Jodversorgung können Sie unter "Warum Jodid ?" nachlesen!

Regulation

Die hormonale Regulation von T3 und T4 erfolgt durch den im Zwischenhirn gelegenen Hypothalamus. Dieser veranlaßt durch die Bildung des Hormons TRH (Thyreotropin-Releasing Hormon) die Hirnanhangdrüse, vermehrt das "Schilddrüsen-stimulierende" Hormon TSH zu produzieren, welches die Synthese von T3 und T4 fördert. Sind genügend Schilddrüsenhormone vorhanden, ist die Bildung von TSH vermindert, ist deren Konzentration erniedrigt, wird TSH vermehrt abgegeben.

Struma

Unter einer Struma (Kropf) versteht man eine Vermehrung von Schilddrüsengewebe bzw. eine Zunahme der Follikelzahl. Dabei unterscheidet man zwischen der diffusen Verlaufsform (ohne tastbare Knoten) und Knotenstrumen (Struma nodosa).
Bei einer Struma kann die Schilddrüsenfunktion normal, vermindert oder erhöht sein. Liegt eine normale Stoffwechsellage vor, spricht man von einer euthyreoten Struma.

Ursachen

Bei einer Struma (Kropf) finden sich zumeist keine pathologischen Schilddrüsenwerte. Die Serumspiegel der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T3) und Trijodthyronin (T4) sowie des Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) liegen im Normbereich (eine alleinige Bestimmung des TSH Wertes reicht in der Regel aus). Die Ursache liegt in einer zu geringen Jodzufuhr mit der Nahrung. Dies führt dazu, dass die Einlagerung von Jod in die Hormone (3 bzw. 4 Jodatome) in unzureichendem Maße stattfindet. Durch das verstärkte
Wachstum von Gewebe versucht der Körper, dieses Defizit auszugleichen. Dass dies bis zu einem gewissen Grad möglich ist, beweisen die normalen T3- und T4-Spiegel im Blut.

Krankheitsverlauf

Solange die mangelnde Versorgung durch das Dickenwachstum und die Erhöhung der Bioverfügbarkeit des mit der Nahrung zugeführtes Jods kompensiert werden kann, treten außer der Kropfbildung keine Mangelsymptome auf.
Ein länger bestehender Jodmangel führt zu einem Umbau der Schilddrüse und zur Vermehrung einzelner Zellgruppen. Handelt es sich dabei um Zellen, die unabhängig von Hypothalamus und Hirnanhangdrüse Schilddrüsenhormone produzieren, spricht man von Autonomien. Diese können über die gesamte Schilddrüse verteilt (disseminierte Autonomien) oder auf knotige Areale beschränkt (fokale Autonomien oder "heiße Knoten") sein. Im Szintigramm stellen sich diese Areale besonders kräftig dar. Die
sogenannten heißen Knoten sind in der Regel nie bösartig. Wenn die Menge des von diesem autonomen (nicht mehr steuerbaren) Zellen produzierten
Schilddrüsenhormons den Bedarf des Körpers übersteigt, kommt es zur Entwicklung einer Schilddrüsenüberfunktion.
Die sogenannten "kalten Knoten" sind gekennzeichnet durch eine lokale Vermehrung von nicht-hormonaktiven Zellen. Bei diesen Knoten besteht ein Risiko von 1-5%, dass es sich bei den Zellen um bösartige Tumorzellen handelt (follikuläres, papilläres, medulläres oder anaplastisches Schilddrüsenkarzinom).

Therapie

Eine vorhandene Struma kann durch eine ausreichende Zufuhr von Jod (Jodid) und/oder die Gabe von Schilddrüsenhormonen (L-Thyroxin) zurückgebildet werden. Führt der Kropf zu mechanischen Komplikationen, ist eine eine Entfernung von Schilddrüsengewebe erforderlich.
Bei einer vollständigen Entfernung der Schilddrüse ist im Anschluß an die Operation eine medikamentöse Gabe von L-Thyroxin erforderlich. Bei einer einseitigen Schilddrüsenresektion reicht postoperativ oft eine ausreichende Jodzufuhr als Wachstumsprophylaxe aus.

Prophylaxe

Für die Therapie und Prophylaxe der euthyreoten Struma wird eine orale Jodzufuhr von täglich 200 µg, während der Schwangerschaft und Stillzeit 260 µg empfohlen. Da der Jodgehalt der Böden regional schwankt und von Norden nach Süden abnimmt, trägt der Verzehr von Seefisch maßgeblich zur Bedarfsdeckung bei (siehe Tabelle). Daher sollten zwei Fischmahlzeiten pro Woche eingeplant werden. Milch und Milchprodukte sowie der Einsatz von jodiertem Speisesalz können ebenfalls zur Bedarfsdeckung beitragen.

Jodidgehalt einiger Lebensmittel

Jodidgehalt in µg pro 100g
Jodiertes Salz 2000
Lebertran 860
Rotalge Pulver 358
Schellfisch 190
Kabeljau 170
Krabben, Garnelen 130
Jacobs- und Venusmuscheln 120
Seehecht 94
Rotbarsch 76
Hartkäse Magerstufe 58
Matjeshering 56
Makrele geräuchert 53
Hartkäse 52
Heilbutt 52
Rotbarsch 52
Schnittkäse, Gouda, Edamer, Butterkäse, Schmelzkäse 35.

Trotz der Einführung dieses Salzes leiden etwa 13% der deutschen Bevölkerung an einer Vergrößerung der Schilddrüse, die durch eine unzureichende Jodzufuhr hervorgerufenen wird.