Sodbrennen

Sodbrennen ist in den Industrienationen ein häufig vorkommendes Krankheitsbild. Studien in den USA haben gezeigt, daß mehr als 85% der Menschen mindestens einmal im Monat Sodbrennen haben. Davon leiden 21,5 Prozent täglich, 24,4 Prozent mehrmals wöchentlich und 11,3 Prozent einmal wöchentlich an Sodbrennen. Sodbrennen hat damit eindeutig den Status eines Volksleidens, genau so wie beispielsweise Kopfschmerzen. Nicht anders die Situation in Deutschland! Etwa jeder vierte Bundesbürger hat gelegentlich Sodbrennen. Auslöser ist oft eine gewürzreiche und üppige Mahlzeit. Der Magen wird dadurch gereizt und überfordert.
Bei gelegentlichem Sodbrennen besteht kein Grund zur Sorge. Werden die sauren Attacken allerdings zur Regel, dann ist Gefahr im Verzug. Etwa 10% der Bevölkerung leiden ständig unter dem Magensaft in der Speiseröhre. Durch die ständige Reizung kann die schützende Schleimhaut regelrecht weggeätzt werden. Schwere Entzündungen stellen sich ein. In manchen Fällen bildet sich eine Art Narbengewebe oder es kommt gar zum Speiseröhrenkrebs. Chronisches Sodbrennen sollte unbedingt abgeklärt werden! Generell sollte dann auch auf den schnellen Griff zum Magenmittel aus der Apotheke verzichtet werden. Nur mit einer medizinischen Untersuchung lässt sich feststellen, ob das Sodbrennen seine Ursache hat : In leicht zu korrigierenden Alltagsfehlern, einem kleinen Zwerchfellbruch oder einer geschwächten Speiseröhrenmuskulatur.

Sodbrennen (Pyrosis) beschreibt ein brennendes Gefühl entlang der Speiseröhre, das durch den Magensaftübertritt in die Speiseröhre entsteht. Verantwortlich dafür kann u. a. eine herabgesetzte Spannung der Muskulatur zwischen Mageneingang und unterer Speiseröhre (Oesophagussphinkter) sein. Besonders ältere Menschen sind davon betroffen. Ein kleiner Zwerchfellbruch (Hiatus-hernie) und starker Druck auf den Mageneingang (durch Schwangerschaft oder Übergewicht), Bück- oder Liegehaltungen begünstigen ebenfalls das Aufsteigen von saurem Magensaft. Übermäßiger Alkohol-, Kaffee- oder Zigarettenkonsum, Fettgebackenes, Hülsenfrüchte, Räucherware, Zitrusfrüchte sowie opulente und stark gewürzte Mahlzeiten führen auch häufig zu Sodbrennen. Aus dem anhaltendenden, häufig wiederkehrenden Säureangriff kann sich eine entzündliche Veränderung der Speiseröhre (Refluxoesophagitis) ergeben. Die Schleimhaut wird durch den häufigen Kontakt mit dem aggressiven Magen- und Duodenalsaft (Vedauungssaft aus dem Zwölffingerdarm) zunehmend geschädigt und schließlich zerstört. Schlimmstenfalls bilden sich Geschwüre oder es entsteht ein Speiseröhrenkrebs. Weniger bekannt ist, daß die aus dem Magen zurückfließende Säure sogar die Zähne schädigen kann. In speziellen medizinischen Einrichtungen wie z.B. Gastroenterologisch ausgerichteten Praxen, können die Ursachen für regelmäßiges Sodbrennen mit Hilfe verschiedener Methoden festgestellt werden. Sichere Erkenntnisse bietet die Magenspiegelung. Dabei wird ein dünner, biegsamer Schlauch mit einer Minikamera vom Mund über die Speiseröhre in den Magen eingeführt. Auf einem Monitor wird sichtbar, ob Veränderungen an der Speiseröhre, am Muskelbereich zwischen Magen und Speiseröhre oder im Magen für die Beschwerden des Kranken verantwortlich sind. Für eine genauere Diagnose können während der Magenspiegelung außerdem kleine Gewebeproben entnommen werden. Auch eine 24-stündige ph-Metrie bietet Aufschluß über die Ursache und Häufigkeit von Sodbrennen. Ein transportabler Computer zeichnet dabei die Meßdaten einer kleinen Sonde auf, die über die Nase in die Speiseröhre geleitet wird.Hilfe verspricht:Regeln gegen das Sodbrennen.

Da die Magensäure schuld ist am "Feuerteufel im Hals", gilt es, sie zu neutralisieren bzw. zu verringern. Dazu beachten Sie folgende Regeln:

  1. Schlafposition verändern. Stellen Sie das Kopfende ihres Bettes leicht erhöht ein, denn bergauf kann die Säure nicht fließen.
  2. Zu enge Kleidungsstücke oder Gürtel schnüren ein .
  3. Nicht lange nach vorne über beugen oder eine gebückte Dauerstellung einnehmen. Dabei kann der Druck gegen den Magen so ansteigen, daß die Säure zurückgepreßt wird. Auch schwere Lasten sollten man nicht kopfüber anheben.
  4. Alkohol und Zigaretten schwächen den Muskelverschluß am Mageneingang.
  5. Nach 18 Uhr sollte nicht mehr üppig getafelt werden. Nicht zu fett und nicht zu spät essen, dem Magen Zeit für die Verdauung geben. Vorsicht auch mit Speisen, die besonders lange im Magen liegenbleiben (z. B. Ölsardinen und Hülsenfrüchte).
  6. Zusätzlich kurbeln "Betthupferl" aus Schokolade die Säureproduktion an.
  7. Druck auf den Bauch verringern. Übergewicht preßt gegen den Magen und kann zu Sodbrennen führen. Sollten Sie trotz all dieser Maßnahmen weiterhin unter massivem Sodbrennen leiden, suchen Sie sofort Ihren Arzt auf.