Durchblutungsstörungen des Gehirns.
Arterien transportieren das "frische", sauerstoffreiche Blut vom Herzen in den gesamten Körper. Gesunde Arterien sind elastisch und muskulös und können sich den unterschiedlichen Blutdrucksituationen anpassen. Unter ungünstigen Bedingungen entwickelt sich eine Arterienverkalkung oder Arteriosklerose. Die Folgen davon sind Durchblutungsstörungen in den nachfolgenden Gebieten. Außerdem können solche verengten Gefäße leichter durch ein Blutgerinnsel verschlossen werden. Männer leiden häufiger unter Durchblutungsstörungen als Frauen.
Folgekrankheiten der Arteriosklerose:
- Schlaganfall
- Angina pectoris und/oder Herzinfarkt
- Nierenversagen
- Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen.
Durchblutungsstörungen im Gehirn führen zu nachlassenden Hirnfunktionen, z.B. Gedächtnisstörungen, Schwindel, Unkonzentriertheit, Verwirrtheit. Je nachdem welche Hirnregion betroffen ist, können aber auch andere Ausfallserscheinungen an anderen Körperstellen, z.B. Gefühllosigkeit in Armen oder Beinen oder Sehstörungen hervorgerufen werden. Ist die Gefäßverengung sehr stark oder wenn ein Hirngefäß platzt, kann es zu einem Schlaganfall kommen. Bei kurzzeitigen Beschwerden von Durchblutungsstörungen sprechen wir von TIAs, transienten ischämischen Attacken.
Was versteht man unter einem Schlaganfall?
Ein Schlaganfall ist die Folge einer akuten
Durchblutungsstörung der Gehirns. Die Ursache für
eine solche plötzliche Durchblutungsstörung kann sein:
eine akut auftretende Mangeldurchblutung (medizinisch auch
Ischämie genannt), bei der ein Gehirngefäß
sich plötzlich verschließt ("verstopft") oder
eine Blutung durch den plötzliche Riß eines
Gehirngefäßes.
Eine ganze Reihe anderer Begriffe -wie Hirninfarkt, Apoplex oder
Insult- werden gleichbedeutend mit dem "Schlaganfall" benutzt.
In der Folge des Schlaganfalles treten vor allem neurologische Symptome
zum Beispiel Bewußtlosigkeit, Halbseitenlähmung
(Hemiplegie), Sprach- und/oder Schluckstörungen je nach
Lokalisation des Gehirnprozesses auf. Nur gering geschädigte
Zellen können sich zu einem gewissen Teil regenerieren.
Obwohl die Todesrate der Schlaganfall-Patienten seit 1970 um 45 %
zurückgegangen ist, bleibt der Schlaganfall einer der
Hauptgründe für eine Pflegebedürftigkeit im
Alter. Der Schlaganfall ist in Deutschland -nach Herzinfarkt und Krebs-
die dritthäufigste Todesursache. Die jährliche
Häufigkeit einen Schlaganfall zu erleiden beträgt bei
Männern 2,7 %, bei Frauen 2,1 %.
Im Alter unter 45 Jahren erkranken weniger als 0,3 % an einem
Schlaganfall, ganz anders jedoch Personen über 65 Jahren, bei
denen das Risiko auf über 20 % steigt.
Was sind die Ursachen für die Entstehung eines Schlaganfalles?
Eine akut auftretende und umschriebene Mangeldurchblutung des
Gehirn
ist die häufigste Ursache für einen Schlaganfall. Die
Mangeldurchblutung des Gehirns kann jedoch bedingt durch verschiedene
Ursachen zustandekommen:
zum einen durch eine Gefäß - Thrombose
zum anderen durch eine Embolie
aber auch durch das Platzen eines Blutgefäßes
Gefäß-Thrombose: Unter ungünstigen
Bedingungen und bei geschädigten Arterienwänden
lagern sich Blutfette (z.B. Cholesterin) an der
Gefäßinnenwand ab. Im weiteren Verlauf setzen sich
an diesen Stellen auch andere Stoffe wie z.B. Calcium ab. Das
Gefäß verengt sich; man spricht von
Arterienverkalkung oder Arteriosklerose. An diesen
geschädigten Stellen eines oder mehrere
Blutgefäße verengten sich die
Gefäße leichter und können in der Folge
durch ein Blutgerinsel (Thrombus) verschlossen werden.
Embolie: Blutgerinsel des Herzens oder in den großen, zum
Gehirn führenden Blutgefäßen sind zumeist
Ursache einer Embolie und eines folgebedingten Schlaganfalles.
Platzen eines Blutgefäßes: in den meisten
Fällen geht einem Schlaganfall ein erhöhter
Blutdruck, oft auch ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder andere
Erkrankungen voraus, die die Blutgefäße
geschädigt und brüchig gemacht haben, so
daß durch ein Platzen eines Blutgefäßes
sich Blut in das Hirngewebe ergießt.
Für die Entstehung eines Schlaganfalles sind eine
ganze Reihe
von Risikofaktoren bekannt:
ein 6-fach erhöhtes Risiko einen Schlaganfall zu erleiden
besteht bei einem Hypertonus, beim Vorliegen einer Koronaren
Herzkrankheit (KHK) und nach vorher schon aufgetretenen zerebralen
Durchblutungsstörungen.
ein 3-fach erhöhtes Hirninfarktrisiko besteht beim Vorliegen
eines Diabetes mellitus und beim Zigarettenrauchen.
ein doppeltes Hirninfarktrisiko besteht bei erhöhten
Blutfetten und bei einer peripheren arteriellen
Verschlußkrankheit der Beine.
Das Allerwichtigste ist zunächst, einen akuten
Schlaganfall zu
erkennen: die anfänglichen Symptome des Schlaganfalles
unterscheiden oft nicht von denen einer akuten zerebralen
Durchblutungsstörung:
- Ausfallserscheinungen an verschiedenen Körperstellen, z.B. Gefühllosigkeit in Armen oder Beinen oder Sehstörungen bis hin zu akuten Lähmungszuständen eines Armes oder Beines oder einer gesamten Körperhälfte.
- Oftmals verbunden mit Mißempfindungen im Gesicht bis hin zu dem häufig zu beobachtenden Herabhängen eines Mundwinkels.
- Die Sprache erscheint oft verwaschen, unklar oder es fällt einem schwer sich auszudrücken.
- Doppeltsehen und plötzlich einsetzendes Schwindelgefühl mit Unfähigkeit zu stehen oder zu sitzen, kann ebenfalls auftreten.
- Benommenheit, Gleichgewichtsstörungen oder Koordinationsschwäche
- Verwirrtheit bis hin zur Bewußtlosigkeit
Wie stellt man eine Schlaganfall fest?
Auch wenn die Symptome nur flüchtig nachzuweisen und
oft nicht
eindeutig sind, ist eine sofortige ärztliche Behandlung
indiziert: nach genauer Untersuchung müssen zuallererst
eventuell vorhandene lebensbedrohliche Situationen bewältigt
werden: Atmung und Herz-/Kreislauffunktionen werden zuerst
überprüft und überwacht. Auf Grund der
Vorgeschichte und der genauen körperlichen Untersuchung
läßt sich in den meisten Fällen die
Diagnose "Schlaganfall" sofort stellen.
Ergänzend werden laborchemische Untersuchungen (Blutzucker,
Blutbildung, Gerinnungswerte, eventuell der Sauerstoffgehalt des
Blutes..... und etwaige Risikofaktoren wie Blutfette,
Harnsäure .... erweitern die Untersuchungen; ebenso
ermöglichen doppler-sonographische Untersuchungen der
Strömungsverhältnisse in den gehirnversorgenden
Arterien ggf. eine genaue Lokalisation von
Gefäßverengungen.
Die genaue Lokalisierung und der direkte Nachweis eines Hirninfarktes
gelingt durch ein Computertomogramm (CT) bzw. ein Kernspintomogramm
(Magnetresonanztomogramm MRT).
Welche Therapiemöglichkeiten des Schlaganfalles sind vorhanden?
Bei Bewußtlosigkeit lagern sie den in einer stabilen
Seitenlagerung und entfernen ggf. vorhandene Zahnprothesen.; sorgen Sie
für frische Luft aber sichern sie ihn vor Abkühlung
(mit Hilfe von Decken...). lockern Sie beengte Kleidungsstücke.
Reden Sie mit dem Erkrankten, es wird ihn seine Angst zumindest etwas
nehmen und Ihn beruhigen; sorgen Sie auch für eine ruhige
Umgebungssituation.
Sorgen Sie für schnelle ärztliche Hilfe (Hausarzt,
gegebenenfalls Notarzt), damit die erforderlichen Maßnahmen
so schnell als möglich eingeleitet werden können.
Bei einem Schlaganfall gilt es in erster Linie, den
eingetretenen
Schaden möglichst zu begrenzen, Komplikationen zu verhindern,
einem erneuten Schlaganfall vorzubeugen und vorhandenen neurologische
"Ausfallerscheinungen" therapeutisch anzugehen.
Mit Hilfe verschiedener Medikamente, die entweder als Tabletten oder in
Infusionen verabreicht werden,werden die Fließeigenschaften
des Blutes verbessert; wenn durch ein Computertomogramm (CT) bzw. ein
Kernspintomogramm (Magnetresonanztomogramm MRT) eine Gehirnblutung
ausgeschlossen ist, können Medikamente zur Auflösung
des Gerinsels durch einen Katheter direkt injiziert werden.
In seltenen Fällen kann auch eine
chirurgische/neurochirurgische Maßnahme erforderlich werden
wie z.B. bei einer Subarachnoidalblutung (spezielle Art einer
Hirnblutung) oder einem Verschluß der Arteria carotis.
Chirurgische Maßnahmen (Endarteriektomie, Bypass-Operation,
Dilatation mit Stent-Implantation) werden bei hochgradigen, Beschwerden
verursachenden Gefäßverengungen eingesetzt, in
bestimmten Fällen ist dies auch bei Beschwerdefreiheit
sinnvoll.
Durch frühzeitig eingeleitete Reha-Maßnahmen wie Bewegungstherapie, Ergotherapie, Krankengymnastik und Sprachtherapie -die Sie dem Erkrankten eindringlich ans Herzen legen können- kann der Pflegebedürftigkeit vorgebeugt oder gebessert werden bzw. eine Verschlimmerung vermieden werden. Im Vordergrund all dieser vielfältigen Maßnahmen steht das Training der Skelettmuskulatur, damit der Patient wieder gehen kann und das Üben der geistigen Funktionen des Gehirns (Gedächtnis, Konzentration, Sprachvermögen und Sprachverständnis).
Vorbeugung eines Schlaganfalles
lassen Sie Ihren Blutdruck sehr gut einstellen
versuchen Sie eine gesunde Lebensführung
bewegen Sie sich so häufig wie möglich
hören Sie auf zu rauchen
ernähren Sie sich gesund
nehmen Sie kleine Anzeichen wie Flimmern vor den Augen,
Schwindel,
Gefühlstörungen.... ernst und vertrauen Sie sich
Ihrem Arzt an
versuchen Sie Ihre persönliche Risikofaktoren zu reduzieren!
nehmen Sie die Möglichkeiten der
Vorsorge-/Gesundheitsuntersuchungen wahr.