Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind polsterartige Blutgefäße im Inneren des Schließmuskels, die den Feinverschluss des Afters gegen Winde und durchfallartigen Stuhl gewährleisten.
Bei ständiger Stuhlverstopfung können diese Blutgefäße verletzt werden und sich vergrößern. Sie werden dann mehr und mehr aus dem After herausgedrückt, es kommt zu Blutungen, später auch zu Schmerzen und ständigem Stuhldrang.

DieBehandlung erfolgt durch Verödung, Gummibandligatur oder Operation. Eine Spiegelung des Enddarmes sollte immer erfolgen um andere Blutungsquellen z.B. durch bösartige Geschwülste auszuschließen.

Klinische Einteilung, Pathogenese

Man unterscheidet sog. äußere und innere Hämorrhoiden. Die sog. äußeren Hämorrhoiden haben ihren Ursprung aus vaskulären Kissen unterhalb der Linea dentata, die häufig thrombosieren (Analvenenthrombose). Die inneren Hämorrhoiden entstehen aus vaskulären Kissen oberhalb der Linea dentata.

Sinnvoll ist die Unterteilung des Hämorrhoidalleidens in vier Grade:

  1. Hämorrhoiden, welche beim Pressen nicht unterhalb der Linea dentata ins Proktoskop prolabieren
  2. Hämorrhoiden, welche beim Pressen unterhalb der Linea dentata ins Proktoskop prolabieren
  3. Hämorrhoiden, welche beim Pressen unter der Defäkation nach außen prolabieren, aber spontan wieder reponiert werden können
  4. Extraanal verbleibende Hämorrhoiden, die nicht reponiert werden können.

Epidemiologie

Die Erkrankung ist in der zivilisierten westlichen Welt häufiger als in Entwicklungsländern.
Inzidenz
Altersgipfel 50-60 Jahre
Geographie: Die Inzidenz ist in den Zivilisationsländern erhöht
Prädisposition Hoher Sphinktertonus, fettreiche Mahlzeiten, Streß, Gravdität, Alkohollabusus

Symptome:

Als Hauptsymptome sind Schmerz bei der Defäkation im Analbereich, auch Spontanschmerz, das Auftreten von perianalen Blutungen und ein Pruritus ani zu nennen.
Spontanverlauf: Erstgradige Hämorrhoiden neigen zur spontanen Ausheilung bei Stuhlregulierung und Analhygiene. Höhergradige Hämorrhoiden neigen zur Progredienz.
Mögliche Komplikationen: Blutung, Gangrän, Einklemmung. Ein Entartungsrisiko ist nicht beschrieben.

Maßnahmen:

Digital-rektale Untersuchung, Proktoskopie, Stuhlgangsregulierung, Analhygiene.
Obligate Diagnostik: Anamnese, digital-rektale Untersuchung, Proktoskopie
Fakultative Diagnostik:
Rektoskopie

Therapie

Grad I Stuhlgangsregulierung, bei Obstipation: mildes Abführmittel, Analhygiene
Grad II: Gummibandligatur
Grad III-IV Hämorhoidektomie nach Milligan-Morgan, ggf. manuelle Sphinkterdilatation oder laterale Sphinkterotomie