Richtige Ernährung beierhöhtem Harnsäurespiegel und Gicht.
Die Gicht ist nicht mehr wie in früheren Zeiten eine Krankheit
der
Reichen, sondern ist heute, wie andere ernährungsabhängige
Stoffwechselkrankheiten,z.B. Zuckerkrankheit, Bluthochdruck und
Fettstoffwechselstörungen in allen Bevölkerungsschichten anzutreffen.
Die Gicht ist die Folge einer Störung des Harnsäurestoffwechsels,
welche unter anderem durch eine "falsche" Ernährung im Sinne einer
"Überernährung " ausgelöst werden kann und mit einem erhöhten
Harnsäurespiegel im Blut einhergeht.
Die
Störung des Harnsäurestoffwechsels beruht entweder auf einer vermehrten
Bildung und / oder einer verminderten Ausscheidung von Harnsäure durch
die Nieren.
Wird ein bestimmter Grenzwert der Harnsäurekonzentration im Blut
überschritten, so kommt es zur Ausfällung von Harnsäurekristallen und
deren Ablagerung vor allem in den Gelenken und den Nieren.
Akuter
Gichtanfall und Bildung von Nierensteinen sind Folgen dieser
Ablagerungen.
Bei der Gicht unterscheidet man zwischen der primären und sekundären
Form. Die Ursache der primären Form ist ein angeborener Fehler im
Harnsäurestoffwechsel. Die sekundärer Form wird durch andere
Krankheiten ausgelöst, z.B. durch eine Blut- oder Nierenerkrankung oder
durch Überernährung. Hier steht dann auch die Behandlung des
Grundleidens an erster Stelle. Es ist zum Beispiel möglich, dass allein
durch eine Gewichtsabnahme - bei bestehendem Übergewicht - der
Harnsäurespiegel im Blut gesenkt werden kann.
Die primäre Gicht kann heute noch nicht geheilt werden, die Behandlung
muss wie bei der Zuckerkrankheit lebenslang erfolgen.
Die wichtigste Behandlungsmaßnahme ist die richtige Ernährung mit dem Ziel, den Stoffwechsel des Gichtkranken zu entlasten und eine dauerhafte Senkung des Harnsäurespiegel zu erreichen. Zusätzlich kann auch eine medikamentöse Behandlung notwendig sein. Die die Art der Behandlung muss der Arzt entscheiden.
Die Harnsäure ist das Abbauprodukt der Purine. Die Purine sind
lebensnotwendige Bausteine - Bestandteile der Zellen - aller Lebewesen.
Die bei der Erneuerung freigesetzten Purine werden im Körper zu
Harnsäure abgebaut, die dann über die Nieren ausgeschieden wird. Da der
Harnsäurespiegel im Blut proportional (im gleichen Verhältnis) zu der
mit der Nahrung zugeführten Purinmenge ansteigt, ist heute
wissenschaftlich und klinisch gesichert, dass eine Verringerung der
Purinmenge in der täglichen Kost auch eine Senkung des Harnsäurespiegel
im Blut bewirkt.
Bei entsprechender Veranlagung fördern zahlreiche Umweltfaktoren wie
Überernährung, hoher Alkoholkonsum und Bewegungsarmut die Entstehung
der Gicht. Oft geht der Betroffene erst nach einem akuten Gichtanfall
zum Arzt und erfährt dann von seinem Leiden. Meist wird der Gichtanfall
durch eine vorangegangene größere Mahlzeit mit Alkoholkonsum oder
allein durch hohen Alkoholgenuss ausgelöst. Aber auch Hunger, starke
körperliche Belastung und bestimmte Medikamente können das Auftreten
eines Anfalles begünstigen.
Eine unbehandelte Gicht führt im Laufe der Zeit zur Ausbildung von
Gichtknoten in den Weichteilen, Gelenken und Knochen und dadurch zur
Verkrüppelung des Bewegungsapparates. Ferner kann sie zu Nierenschäden
führen.
Wo sind Purine zu finden?
Purine sind vor allem in zahlreichen Organen wie Leber,
Nieren, Zunge,
Herz, Bries, Lunge, ebenso in Fleischextrakten reichlich enthalten.
Alkoholhaltige Getränke enthalten zwar keine Purine, aber Alkohol wirkt
sich ungünstig auf den Harnsäurespiegel des Blutes aus; er hemmt die
Harnsäureausscheidung durch die Nieren. Das ist der Grund, warum oft
übermäßiger Alkoholverzehr auslösender Faktor für ein Gichtanfall ist.
Wie soll man sich ernähren ?
Die Basis der Behandlung der primären Gicht ist eine vernünftige Diät.
Durch sie kann die Einnahme von Arzneimitteln gesenkt oder ganz darauf
verzichtet werden. Das ist ein großer Vorteil, wenn man bedenkt, dass
jedes Medikament, über einen längeren Zeitraum eingenommen,
Nebenwirkungen verursachen kann.
Die wirksamste Diät, die streng purinarme Kost, mit einer
Harnsäurezufuhr von weniger als 120 mg Harnsäure pro Tag, ist als
Dauerdiät nicht durchführbar, weil sie zu einseitig ist. Sie wird nur
in ganz bestimmten Fällen über einen begrenzten Zeitraum verordnet.
Dagegen ist die purinarme Kost mit einem durchschnittlichen
Harnsäuregehalt von 300 mg pro Tag beziehungsweise 2000 mg pro Woche
als Dauerdiät geeignet. Erforderlich ist hierbei lediglich, dass
bestimmte Nahrungsmittel wie Innereien, Sardellen, Sprotten, die einen
hohen Puringehalt aufweisen und sich daher ungünstig auswirken, aus dem
Kostplan gestrichen werden. Alle purinfreien, bzw. purinarme
Nahrungsmittel wie Milch und Milchprodukte, Eier, Griess, Reis sind zu
bevorzugen .
Die Energie - und Nährstoffzufuhr (Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate,
Mineralstoffe und Vitamine) sollte der für einen gesunden empfohlenen
Menge entsprechen.
Bei bestehendem Übergewicht ist es ratsam, bis zur Erreichung des
Sollgewichtes eine energiearme Kost zu sich zu nehmen.
Harnsäure - Gehalt der verschiedenen Lebensmittel
jeweils pro 100 g eßbarem Anteil
Fische:
Aal: 80 mg Harnsäure
Forellen Filet :170 mg Harnsäure
Hecht: 140 mg Harnsäure
Hering-Filet: 207 mg
Karpfen: 160 mg
Krebs- Fleisch: 60 mg
Makrelen-Filet:95 mg
Ölsardinen: 350 mg
Seelachs-Filet:110 mg
Speise Krabben: 60 mg
Thunfisch: 290 mg
Schollenfilet: 100 mg
Fleisch:
Ente : 80 mg
Gans: 110 mg
Hühnerleber: 243 mg
Hammelfleisch: 150 mg
Bries: 1.090 mg
Kalbsherz:200 mg
Kalbsleber: 240 mg
Rinderleber : 240 mg
Rindfleisch: 120 mg
Schweinefleisch:130 mg
Wild : 110 mg
Wurstwaren: 130 mg
Hülsenfrüchte:
Bohnen :130 mg
Erbsen: 145 mg
Linsen: 185 mg
Sonstiges:
Haferflocken: 90 mg
Knäckebrot: 60 mg
Erdnüsse:100 mg
Haselnüsse 30 mg
Mandeln: 30 mg
Walnüsse: 22 mg
Ei- Produkte enthalten geringste Mengen von Harnsäure,
ebenfalls Fette
enthalten keine Harnsäure .
Gemüse enthält nur geringe Harnsäurekonzentration.
Getränke ebenfalls nur geringe Harnsäure-Konzentrationen enthaltend.
Getreide Produkte nur in geringem Umfang Harnsäure enthaltend .
Milchprodukte praktisch keine Harnsäure enthaltend, ebenfalls Käse
keine Harnsäure enthaltend .
Obst enthält auch nur geringe Mengen von Harnsäure .
Somit sollten Sie Fleischwaren, Innereien, Wurstwaren und
Fisch- Produkte möglichst meiden. Ferner Hülsenfrüchte wie Bohnen,
Erbsen und Linsen. Sowie Erdnüsse.