Fettstoffwechselstörungen
Im Vergleich zu dem Leben vor 30 - 40 Jahren, als viele Menschen körperlich schwer arbeiten mussten, hat sich in den letzten Jahren die körperliche Belastung erheblich reduziert; dennoch essen viele wie damals, meist viel zu viel, auch viel zu fett und das alles bei viel zu wenig an Bewegung. Mit Wohlstandserkrankung oder Volkskrankheit wird der Begriff oft gleichgesetzt -und das wohl zu recht.
Sie fühlen sich gesund, sind leistungsfähig und energiegeladen
und denken nicht im Traum daran, krank zu sein: und dennoch: zu hohe
Blutfette. Sie tun nicht weh und verursachen zu Beginn der Erkrankung
nur äußerst selten Probleme.
Fettstoffwechselstörungen - worin liegt denn das Problem?
Darin, daß sich erhöhte Blutfette (Mediziner sprechen von Lipiden) das
Risiko einer Erkrankung des Herzen (zum Beispiel Herzinfarkt oder
koronare Herzerkrankung) oder der Blutgefäße (Arteriosklerose)
beträchtlich erhöhen.
Rauchen Sie außerdem, haben Sie zudem einen erhöhten Blutdruck und sind übergewichtig, haben viel Streß und nie Zeit für Ihren körperliche Ausgleich, dann ist das schon deutlich erhöhte Erkrankungsrisiko nochmals massiv erhöht.
Die Ärzte unterscheiden bei den Blutfetten zwischen Cholesterin und Triglyceriden; das Cholesterin kann man weiter unterteilen in HDL- und LDL-Cholesterin.
Cholesterin wird vorwiegend von unserem Körper in der Leber aufgebaut; außerdem nehmen wir es auch über die Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, Käse, Butter & Eier ständig auf.
Triglyceride gelangen vorwiegend
mit pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln (Milchprodukte,
Pflanzenöle, Margarine, aber auch Fleisch- und Wurstwaren) in unseren
Körper. Unser Körper kann aber auch aus Alkohol und Zucker Triglyceride
bilden; außerdem werden Nahrungsstoffe, die nicht unmittelbar
verbraucht werden, von unserem Körper in Triglyceride umgewandelt und
danach in Fettzellen gespeichert. Bei Bedarf werden sie von dort
freigesetzt.
Es soll unbedingt erwähnt werden, daß die LDL-Fette das Cholesterin in
den Körperzellen ablagern und die HDL-Lipoproteine dem Körper helfen,
das überschüssige Cholesterin aus dem Körpergewebe in die Leber zu
transportieren; mit der Gallenflüssigkeit und dem Stuhlgang wird es aus
dem Körper ausgeschieden.
Erhöhte Mengen an LDL-Cholesterin gelten als einer der
Hauptrisikofaktoren für die Entstehung der KHK.
Menschen, die einen erhöhten Anteil an HDL-Cholesterin besitzen, haben
einen erhöhten natürlichen Schutzfaktor gegen die Entwicklung einer
Arterienverkalkung.
Was passiert bei erhöhten Blutfetten?
Zuviel an LDL-Lipoproteinen verändern im Laufe der Jahre die
Wände der Blutgefäße, vor allem der Arterien: die ehemals elastischen
und glatten Gefäßwände werden rauh und unelastisch und durch immer
weitere Auflagerungen in ihrem Durchmesser immer kleiner.
Folge: immer weniger Blut wird zu den Organen transportiert. Auf Dauer
werden dadurch die verschiedenen Körper-Organe weniger mit Blut
versorgt mit der Folge, daß Schmerzen bis hin zu Zerstörungen der
Organe auftreten (Gefäßverschluß).
Die Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit Blut versorgen, können nur
geringere Mengen an Blut und damit an Sauerstoff für den Herzmuskel
bereitstellen, so daß in der Folge Angina pectoris-Beschwerden
auftreten können; bei einem plötzlichen Verschluß, etwa durch ein
Blutgerinnsel, wird ein Teil des Herzmuskels nicht mehr durchblutet und
es entsteht ein Herzinfarkt.
Verhaltenstipps
Richtige Ernährung ist wesentliche Voraussetzung für eine
dauerhafte und gesunde Senkung der erhöhten Blutfette:
- mageres Fleisch, viel Gemüse, fettarme Wurst und Käse
- mit pflanzlichen Fetten zubereitete Speisen
- weniger tierische Fette
- mehr Vollkornprodukte und dunkle Brotsorten
- Gemüse- u. Fruchtsäfte, Mineralwasser, Tee und Kaffee ohne Zucker
Vermeiden Sie: Butter, Schmalz, tierische Fette, Mayonnaise,
fettreicher Käse. Torten, Hülsenfrüchte in großen Mengen, fettes
Fleisch, fettreiche Wurst und Innereien und größere Mengen an
alkoholischen Getränken.
Körperliche Bewegung jeder Art, die die meisten von uns nicht in der
erforderlichen Regelmäßigkeit betreiben, ist da „A" und „O" einer
kontinuierlichen Senkung erhöhter Blutfette. Eine sportliche Aktivität,
die als Dauerleistung ausgeführt wird, kann durch einen Anstieg der
HDL-Cholesterine die Gefäßsituation positiv beinflussen.
Sollten die bei Ihnen erhöhten Blutfette sich durch diese grundlegenden
Ernährungs- und Bewegungsmaßmahmen nicht hinreichend senken lassen,
werden Sie von Ihrem Arzt gegebenenfalls ergänzend
Medikamente erhalten.
Senken Sie ggf. Ihr erhöhtes Körpergewicht!
Denken Sie daran, daß nur vernünftige Ernährung und körperliche
Bewegung ggf.unterstützt durch medikamentöse Maßnahmen eine dauerhafte
Reduzierung der erhöhten Blutfette und damit des dadurch erhöhten
Risikos ermöglichen.
So berechnen Sie Ihr Gewicht:
Frauen: Körpergröße [in cm] minus 100 minus 15 % ergibt ihr Idealgewicht
Frauen: Körpergröße [in cm] minus 100 ergibt ihr Normalgewicht
Männer: Körpergröße [in cm] minus 100 minus 10 % ergibt ihr Idealgewicht
Männer: Körpergröße [in cm] minus 100 ergibt ihr Normalgewicht
Für die Unterteilung normalgewichtig - übergewichtig verwendet man die
Definition des sog. Body Mass Index (BMI).
Unter BMI versteht man das Körpergewicht (KG) in kg dividiert durch die
Körpergröße zu Quadrat.
Der Normalgewichtige hat einen BMI zwischen 18,5 - 24,9, wobei man
eigentlich noch zwischen Männern und Frauen differenzieren müßte.
Beispiel: Sie sind 1,74 m groß und wiegen 87 kg:
dann lautet die Berechnung: BMI = 87 / 1,74*1,74 = 28,7
und so wird der B M I bewertet:
Unter 20untergewichtig
20 - 25 normalgewichtig
25 - 30 Übergewicht
30 - 40 Adipositas und über 40 extremes Übergewicht
Eine weitere Definition der Adipositas bezieht sich auf die
sog. Waist-to-Hip-Ratio, die besser mit dem kardiovaskulären Risiko
korreliert als der BMI; nachdem die viszerale Adipositas besonders
übgünstig ist, kann vereinfacht der Bauchumfang herangezogen werden: er
sollte in Europa unter 102 cm, besser unter 94 cm bei Männern liegen,
bei Frauen unter 88 bzw. 80 cm.
Viel Erfolg beim Abnehmen