Blutdruck - Arterielle Hypertonie

Blutdruck ist der Druck, den das Blut auf die Gefäße unseres Körpers ausübt. Aufgabe des Blutdrucks ist eine optimale Durchblutung und damit Versorgung unseres Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Höhe des Blutdrucks wird von mehreren Faktoren bestimmt. Das Herz, als der Motor unseres Kreislaufs spielt dabei eine herausragende Rolle. Bei jedem Herzschlag zieht sich die Herzmuskulatur zusammen und pumpt so Blut in unsere Arterien. Die Kraft, die das Herz dabei aufbringen muß, nennt man den systolischen Druck, also der Druck, mit dem das Herz Blut in die Arterien pumpt.
Einen entscheidenden Einfluß auf den Blutdruck haben aber auch die Gefäße selbst, dadurch daß sie ihren Gefäßdurchmesser regulieren können und somit den Druck, den sie dem Blutstrom entgegensetzen verändern. Diesen Druck bezeichnet man als diastolischen Druck. Er spiegelt die Druckverhältnisse in der Erschlaffungsphase des Herzens wider. Auch die Blutmenge spielt bei der Höhe des Blutdrucks eine Rolle. Je größer die Blutmenge ist, desto mehr Kraft bzw. Druck muß das Herzen aufbringen um das Blut zu pumpen.
Der Blutdruck setzt sich also aus zwei Werten zusammen, dem höheren systolischen und dem niedrigeren diastolischen Wert. Wird bei einem Patienten ein systolischer Blutdruck von 130 rnmHg gemessen und ein diastolischer Wert von 80 mmHg, so vermerkt man 130/80 mmHg.
Ursache des erhöhten Blutdruckes ist zumeist die primäre (essentielle) Hypertonie, für deren Zustandekommen eine Vielzahl von verschiedenen Ursachen diskutiert wird (genetische Faktoren und Umwelteinflüsse, Übergewicht, Streß....) und davon abzugrenzen die sekundäre Hypertonie, die durch Organerkrankungen (zum Beispiel Nierenerkrankungen) oder hormonelle Erkrankungen (Hyperthyreose = Überfunktion der Schilddrüse....) hervorrufen wird.

Bluthochdruck - Dauerstreß für Herz und Gefäße

Unter arterieller Hypertonie versteht man die dauerhafte Erhöhung des Blutdrucks. Beim gesunden Erwachsenen liegt der systolische Blutdruck unter 140 mmHg und der diastolische Blutdruck unter 90 mmHg. Unter körperlicher oder psychischer Belastung steigt der Blutdruck über diese Werte an. Werden unter Ruhebedingungen gehäuft Werte über 140 mmHg systolisch bzw. diastolische Werte über 90 mmHg gemessen, so spricht man von arterieller Hypertonie (Kriterien der WHO - Weltgesundheitsbehörde).

Wie bemerke ich einen Bluthochdruck?

Da die Hypertonie keine Schmerzen verursacht und es auch keine typischen Symptome gibt, ist der Bluthochdruck eine heimtückische Erkrankung. Etwa 20% der Bevölkerung leidet unter Hypertonie, doch nur ein Bruchteil der Patienten weiß von seiner Krankheit. Meistens wird sie rein zufällig diagnostiziert. Die Patienten haben oft keine Beschwerden oder bemerken lediglich ab und zu Kopfschmerzen, Schwindel, Nervosität, Atemnot, Herzklopfen oder Nasenbluten.

Permanent hohe Blutdruckwerte führen zur dauerhaften Schädigung von Herz, Gefäßen und Organen wie Augen, Gehirn und Nieren. Die über lange Zeit bestehende Druckerhöhung führt zu Veränderungen der Gefäßwände, so daß sich dort leichter Gefäßablagerungen (Arteriosklerose) bilden können. Das Herz muß permanente Höchstleistungen vollbringen, da es gegen einen erhöhten Widerstand pumpen muß. Dies ist die Ursache für die daraus folgende Wandverdickung (linksventrikuläre Hypertrophie) und die sich entwickeln könnende Herzvergrößerung (Dilatation) und Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz). Gefäßschäden durch Bluthochdruck können an jedem Gefäß auftreten, besonders betroffen sind allerdings Gefäße der Nieren, Augen und des Gehirns. Diese Gefäßschäden führen dazu, daß es zu Gefäßablagerungen kommt (= Arteriosklerose), die eine ausreichende Durchblutung verhindern, was schließlich zu Organinfarkten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall (= Hirninfarkt) führt. Langandauernde Hypertonie kann schließlich die Nieren verändern, so daß es zu einer Niereninsuffizienz (Leistungsschwäche der Nieren) kommen kann.

Untersuchungen zur Abklärung der Diagnose "Arterielle Hypertonie" :Neben mehrfachen Messungen eines erhöhten Blutdruckes bei den verschiedensten Gelegenheiten genaue Erhebung Ihrer Krankheitsvorgeschichte (Anamnese), körperliche Untersuchung und ergänzende Laboruntersuchungen des Blutes und des Urins. EKG-Untersuchung und eine Ultraschalluntersuchung der Nieren und ggf. Echokardiographie und Röntgenuntersuchung der Herzens sichern die Diagnose. Ggf. sind noch Spezialuntersuchungen erforderlich.
Therapie:
Neben den wenn möglich immer umzusetzenden nicht-medikamentösen Maßnahmen (Gewichtsnormalisierung, vermindertes Zusalzen, Streß vermeiden, Entspannungstechniken lernen, Rauchen einstellen, weniger Kaffee und Alkoholgenuß, mindestens 3 x wöchentlich körperliches pulslimitiertes Ausdauer-Training, Nahrungsumstellung auf viel frisches Obst und Gemüse und wenig tierische Fette).stehen verschiedene medikamentöse Ansätze zur Verfügung, die individuell auf Sie abzustimmen sind:
ACE-Hemmer bzw. AT1-Rezeptorblocker, Beta-Rezeptorenblocker, Diuretika, Calciumantagonisten, Alphablocker.
Da eine Reihe von Faktoren die Auswahl eines bestimmten Medikamentes beeinflussen können, wird Ihr Arzt diese besonders berücksichtigen: solche Faktoren sind das Alter des Patienten, bestehende Begleiterkrankungen sowie durch die Hypertonie bedingte Endorganschäden wie Gefäßwand-Hypertrophie.
Sollten wider Erwarten Nebenwirkungen wie Husten, Schwindel, Müdigkeit oder sogar Bewußtseinsstörungen auftreten sollten Sie dies Ihrem Arzt mitteilen.